Förderbereich

Die AWO Werkstätten setzen sich für eine bestmögliche Integration schwerstmehrfachbehinderter Erwachsener unter dem „verlängerten Dach“ der Werkstatt für Behinderte ein. In diesem Zusammenhang bieten unsere Einrichtungen in Leipzig, Markkleeberg, Grimma und Eilenburg einen Förder- und Betreuungsbereich für schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene mit einer Gesamtkapazität von 62 Plätzen an.

Aufgabenstellung

Der Förder- und Betreuungsbereich ist ein tagesstrukturierendes Förder- und Betreuungsangebot für schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene, die noch nicht oder nicht mehr die Mindestanforderungen an die Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen erfüllen können.

Dabei ist Ziel der Förder- und Betreuungsarbeit, auf der Grundlage einer abgestimmten individuellen Förderplanung die Werkstattfähigkeit des schwerstmehrfachbehinderten Menschen zu erreichen.

Ist im Einzelfall, aufgrund der Art und Schwere der Behinderung, gar nicht bzw. nicht in absehbarer Zeit mit der Erreichung des o. g. Zieles zu rechnen, soll die umfangreiche rehabilitative sowie pflegerische Betreuung dem Ziel der bestmöglichen Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der schwerstmehrfachbehinderten Menschen in ausgewählten Bereichen des täglichen Lebens dienen.

Personenkreis

In den Förder- und Betreuungsbereich können folgende Personen aufgenommen werden:

  • Schwerstmehrfachbehinderte Menschen nach Entlassung aus Förderschulen für Geistig- und Körperbehinderte, die nach den Aufnahmekriterien der Werkstatt nicht bzw. noch nicht werkstattfähig sind bzw. bei denen ein Eingliederungsversuch in eine Werkstatt bisher erfolglos verlaufen ist. Bedingung ist, dass diese Behinderten im Elternhaus leben.
  • Schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene, die bis zum jetzigen Zeitpunkt nur im Elternhaus betreut werden, noch nie eine Schule bzw. eine Fördereinrichtung besuchten und die Aufnahmekriterien der Werkstatt nicht oder noch nicht erfüllen.

Ausschlusskriterien für die Aufnahme in einen Förder- und Betreuungsbereich:

  • Von der Aufnahme in einen Förder- und Betreuungsbereich werden alle diejenigen behinderten Menschen ausgeschlossen, die aufgrund ihres Verhaltens eine ernsthafte Gefahr für sich beziehungsweise andere darstellen und in diesem Sinne nicht gruppenfähig sind.
Ziele der pädagogischen Arbeit im Förder- und Betreuungsbereich

Ziele bzw. Grundsätze der Förderarbeit sind:

  • die Förderung und Betreuung der schwerstmehrfachbehinderten Menschen entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse mit dem Ziel der Erreichung größtmöglicher Selbstständigkeit in den Verrichtungen des täglichen Lebens,
  • die Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung der behinderten Menschen im Rahmen der rehabilitativen Fördermaßnahmen,
  • die Schaffung bestmöglicher Voraussetzungen persönlichkeitsfördernder Arbeitstätigkeiten auch für (noch) nicht werkstattfähige behinderte Menschen mit dem Ziel der späteren Eingliederung in den Produktionsbereich,
  • die Sicherung der Teilnahme o.g. Personengruppe am Leben in der Gemeinschaft durch eine weitestgehende Integration in das Werkstattleben, z.B. durch das tägliche gemeinsame Mittagessen im Speisesaal, gemeinsame Feierlichkeiten der Werkstatt, gemeinsame Veranstaltungen sowie Integration in den Behindertenfahrdienst der Mitarbeiter des Werkstattbereiches sowie
  • die Gewährleistung einer wechselseitigen Durchlässigkeit zwischen Förder- und Betreuungsbereich sowie Werkstattbereich im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten, z.B. stundenweise Heranführung eines schwerstmehrfachbehinderten Menschen des Förder- und Betreuungsbereich an einfache Tätigkeiten im Berufsbildungsbereich.
Inhalte der pädagogischen Arbeit

Tägliche Hilfsangebote

Inhaltliche Aspekte der Förderarbeit im Rahmen der täglichen Hilfeangebote beziehen sich vor allen auf:

  • den kognitiven Bereich (Wahrnehmung, sprachliche Förderung), die Motorik (Grob- und Feinmotorik),
  • den kreativen und musikalischen Bereich (musikalisch-rhythmische Förderung, gestalterische Förderung),
  • den lebenspraktischen Bereich (Essen und Essverhalten, Körperhygiene und Körperpflege, Selbstständigkeit im Umgang mit Kleidung, Umgang mit der Zeit, Umgang mit Zahlungsmitteln, Orientierungssinn, Selbstständigkeit bei der Durchführung einfacher hauswirtschaftlicher Arbeiten) sowie
  • den produktiven Bereich (Heranführung an einfachste Tätigkeiten, d.h. in viele Teilschritte zergliederte Montage- und Verpackungstätigkeiten, einfache handwerkliche Tätigkeiten).

Zusatzangebote

Die täglichen Hilfsangebote werden ergänzt durch folgende therapeutische Maßnahmen:

  • Für die schwerstbehinderten Menschen besteht die Möglichkeit, auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung physiotherapeutisch betreut zu werden.
  • Weiterhin besteht die Möglichkeit, auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung logopädisch behandelt zu werden.