Geschichte der AWO

Wir danken Erich Weber und Bernd Dehler für die nachfolgenden Texte.

1919-1933

Die Gründung der Arbeiterwohlfahrt (AWO)

Das Deutsche Reich ist nach dem 1. Weltkrieg zerstört, politisch instabil, wirtschaftlich und sozial ruiniert. Millionen Menschen sind in Not und hungern. Die Kriegsversehrten, die Opfer des Krieges, die Witwen, die Waisenkinder ohne soziale Hilfen. Eine bisher nicht gekannte Massenverelendung in Deutschland fordert die Selbsthilfe und die praktische Solidarität vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer geradezu heraus. Das politische Ziel sollte sein, die unterdrückende Armenpflege des alten Kaiserregimes abzulösen und die Idee der Selbsthilfe und Solidarität in eine moderne Wohlfahrtspflege hinein zu tragen.

Marie Juchacz

Und so gründete die junge Sozialdemokratin Marie Juchacz (1879–1956), Mitglied der Weimarer Nationalversammlung, und erste parlamentarische Rednerin in diesem ersten frei gewählten deutschen Parlament am 13. Dezember 1919 den "Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt".

Friedrich Ebert, der erste deutsche Reichspräsident, gab dem jungen Wohlfahrtsverband das Motto auf den Weg: "Arbeiterwohlfahrt ist die Selbsthilfe der Arbeiterschaft". So wurde neben der "bürgerlichen Wohltätigkeit" ein sozial-demokratischer Wohlfahrtsverband aufgebaut, unter dem man allerdings damals etwas anderes verstand als heute.

 

Die Leistungen der AWO in den 20-er Jahren

In den Notzeiten der 20-er Jahre entstand eine Vielzahl von Diensten und Einrichtungen der AWO: Nähstuben, Mittagstische, Werkstätten, Beratungsstellen. Viele Frauen und Männer wurden für einen sozialen Beruf ausgebildet. Ziel der AWO war es, diese Not zu lindern, ihr vorzubeugen, Wohlfahrtsleistungen zu verbessern und moderne sozialpädagogische Methoden anzuwenden. Die öffentliche "Armenpflege" sollte dennoch schrittweise durch eine moderne Fürsorgegesetzgebung überwunden werden. Meilensteine dieses Weges waren das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz von 1922 und die Fürsorgepflichtverordnung von 1924.

Seit 1925 wurden von der AWO eine eigene Lotterie veranstaltet und Arbeiter-Wohlfahrtsmarken verkauft, um die entstandenen und entstehenden sozialen Dienste zu finanzieren. 1926 wurde die AWO als Reichsspitzenverband der freien Wohlfahrtspflege anerkannt. Ab 1928 unterhielt die AWO eine eigene Wohlfahrtsschule in Berlin.

Über 20 Millionen Menschen in Deutschland waren auf Hilfen der Wohlfahrtspflege angewiesen. 5,7 Millionen Arbeitslose standen vor den Schaltern der Arbeitsämter. In den AWO-Volksküchen wurden Hungernde versorgt, Lebensmittel- und Kleidersammlungen durchgeführt. 1931 waren 135.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der AWO in der Kindererholung und im Kinderschutz, in der Altenbetreuung und Jugendhilfe, in Notstandsküchen und Werkstätten für Behinderte und Erwerbslose sowie in Selbsthilfenähstuben tätig.

Die AWO im Bezirk Leipzig

Im Bezirk Leipzig hatte die AWO zu diesem Zeitpunkt 80 Ortsvereine, 60 Beratungsstellen, 50 Nähstuben und 2 Kindergärten.

 

1933 - Verbot - Enteignung - Verfolgung

1933 kam Hitler an die Macht. Nur wenige Wochen später wurde die AWO von den Nationalsozialisten verboten und zwangsweise aufgelöst. Am 15. Juli 1933 erscheint die Ausgabe der Zeitschrift "Arbeiterwohlfahrt" mit dem Hakenkreuz. Doch dem Versuch, die Arbeiterwohlfahrt in die nationalsozialistische Volkswohlfahrt zu überführen, entzogen sich allerorten die Mitglieder, Helfer und Helferinnen, die Funktionäre der Organisation. Vermögen, Heime und Einrichtungen wurden deshalb für die nationalsozialistische Volkswohlfahrt beschlagnahmt. Führende Frauen und Männer der AWO wurden verfolgt. Marie Juchacz und viele andere mussten Deutschland verlassen. Die Arbeiterwohlfahrt hatte aufgehört, als Organisation zu existieren.

 

 

1946 - heute in Westdeutschland

 

1946 - Neubeginn und Wiederaufbau im Westen Deutschlands

Mit dem Ende des Krieges 1945, dem Zusammenbruch und der Teilung Deutschlands, begann der Wiederaufbau im von den Siegermächten besetzten Deutschland. Unmittelbar nach Kriegsende auch der Neubeginn und Wiederaufbau der AWO. Sie wurde 1946 in Hannover als parteipolitisch und konfessionell unabhängige und selbständige Organisation wieder ins Leben gerufen.

 

Das Logo der AWO

Seit Bestehen der Arbeiterwohlfahrt war ein Herzsymbol das Erkennungszeichen des Verbandes. Das erste rote Herz entstand zu Beginn der 20er Jahre (ca. 1921).

1989 beschloss die Bundeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt in Bonn das Erkennungs-zeichen zu wechseln. Es war insbesondere für jüngere Generationen kaum lesbar und hatte keinen großen Wiedererkennungswert. "Eingebürgert" hatte sich außerdem bei der Mehrzahl der Bundesbürger die Abkürzung "AWO". Auf das Herzsymbol wollte der Verband nicht verzichten, deshalb entstand das seitdem geltende Logo, das im Jahre 2008 noch einmal modernisiert wurde.

Die Marke AWO ist als Wortmarke unter der Nummer 397 26 910 beim Deutschen Patent- und Markenamt registriert. Nach dem Markengesetz ist allein der Inhaber einer eingetragenen Marke berechtigt, diese zu benutzen.

 

Die Entwicklung des AWO-Logos im Zeitverlauf
Die Entwicklung des AWO-Logos im Zeitverlauf
1961 - 1990 - heute in Ostdeutschland

 

1961 - Verbot im Osten Deutschlands

In der damaligen "sowjetisch besetzten Ostzone" wurde die AWO nicht mehr zugelassen. Dagegen hatte sie, aufgrund des alliierten Status von Berlin bis 1961 auch im Ostteil der Stadt eine offizielle Zulassung, durfte dort aber nicht tätig werden. Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 hatte die AWO in Ost-Berlin keine Zulassung mehr.

 

1990 - Gründung der AWO im Bezirk Leipzig

In Leipzig gipfelten die Friedensgebete in der Nikolaikirche in die Montagsdemonstrationen im September 1989 und dann im Oktober 1989 in die Neugründung der SDP (ab Januar 1990 SPD). Es wurde die Bewerbung von Hinrich Lehmann-Grube für die Wahl als Oberbürgermeister beschlossen und eines der Gründungsmitglieder, Bernd Dehler, leitete die Arbeitsgruppe Soziales für den SPD-Wahlkampf. Im Februar 1990 boten ihm dabei zwei SPD-Freunde, Paul Meusinger und Ernst Wesselt aus Duisburg, Unterstützung an. Da es für eine sinnvolle Wahlkampfhilfe schon zu spät war, kam man dann zu später Stunde bei einem Abendessen auf die Idee, ob sich in Sachen Soziales nicht die Neugründung der Arbeiterwohlfahrt anböte. Schließlich war Ernst Wesselt Leiter eines Seniorenheimes der AWO und Bernd Dehler kannte sogar als "Ossi" die AWO. Der Gedanke wurde spontan aufgegriffen, jedoch fragte man sich, wie setzt man so was um?

Es erfolgte das Schicken von Info-Material, Statuten etc. aus Westdeutschland. Im Haus der Demokratie in der Leipzig beschäftigte man sich anschließend mit bisher recht unbekannten Begriffen wie „Freie Wohlfahrtspflege, Gemeinnützigkeit, Mildtätigkeit, Subsidiarität…“ Als das einigermaßen klar war, kam die Frage, woher die für eine Vereinsgründung notwendigen Gleichgesinnten hernehmen? Noch während dieser Planung tauchten plötzlich vier Personen aus Dortmund auf, stellten sich als Vorsitzender Hans Luchs, Geschäftsführer Wolfgang Altenbernd, Prokuristin Maritta Krautsun und Mitarbeiter Gerd Lohne der AWO Dortmund vor und wollten Bernd Dehler zwecks Neugründung eines Bezirksverbandes der AWO in Leipzig sprechen. Den erschrockenen Einwand „Lasst mich doch erst mal die Sache mit dem Kreisverband hinter mich bringen und Ortsgruppen bilden!“ ließ man nicht gelten. Die Argumente „Die Zeit drängt!“ und „Wir helfen euch.“ überzeugten und waren im Nachhinein richtig.

Es wurden sogleich Nägel mit Köpfen gemacht und die zwei Termine festgelegt – am 14. März 1990 im SPD-Ortsverein am Lindenauer Markt die Gründung des Kreisverbandes Leipzig Stadt e.V., mit dem Vorsitzenden Horst Grüning, danach am 31. März 1990 im Haus der Demokratie die Gründung des AWO Bezirksverbandes Sachsen-West e.V. mit dem Vorsitzenden Bernd Dehler und dem Geschäftsführer Ralph Richter. Die Sorge nach Gleichgesinnten erwies sich als völlig unbegründet. Eine Nachfrage in den SPD-Ortsvereinen brachte spontan in beiden Veranstaltungen ein volles Haus. Nicht nur, dass die meisten bereit waren, Mitglied zu werden, es fanden sich auch sofort genügend Mitglieder, die bereit waren, Funktionen zu übernehmen. Es gelang sogar, als Eröffnungsredner den Oberbürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg, zu gewinnen.

Inzwischen bildeten sich auch feste Partnerschaften mit Gliederungen aus den alten Bundesländern heraus, so zwischen den Bezirksverbänden Dortmund und Leipzig oder den Kreisverbänden Hannover und Leipzig Stadt. Durch diese Partnerschaften konnten dringend benötigte Hilfen für die neuen Verbände organisiert werden. Wie hätte man sonst so schnell zu einem Auto, einer Schreibmaschine oder einem Kopierer kommen können?

Aber es waren nicht nur die materiellen Dinge vonnöten. Gefragt war vor allem das Knowhow. Da ging es um Organisationsformen, Philosophien, Kostenträger, behördliche Zuständigkeiten. Es war so ziemlich alles ganz anders wie früher. Dazu kamen noch die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, und wir folgten automatisch durch die umfangreiche Hilfe der Dortmunder auch deren Philosophie. So beschloss man als Struktur für Arbeiterwohlfahrt in Sachsen die drei Bezirks- mit den jeweiligen Kreisverbänden und deren Ortsvereinen. Eine Landesgeschäftsstelle mit dem Geschäftsführer Bernd Dehler schuf man erst 1991 mit Beginn des Förderprogrammes „Aufbau Ost“ durch das Bundesministerium. Diese sollte in Sachsen jeweils als Bindeglied zwischen den Bezirksverbänden und zwischen den Bezirksverbänden und den Landesbehörden dienen.

Es erfolgte jetzt verstärkt die Gründung der anderen Kreisverbände und deren Ortsvereine. Parallel dazu erfolgte jedoch auch eine Unterstützung in den Bezirken Dresden und Chemnitz, um die Arbeiterwohlfahrt in ganz Sachsen zu etablieren, auch um die o.g. Strukturen aufbauen zu können.

Das Wichtigste jedoch war der eigentliche Zweck der Vereinsgründung - die zukünftigen Arbeitsfelder. In den neuen Bundesländern war die öffentliche Hand angehalten, auf Grundlage des Subsidiaritätsprinzips die sozialen Einrichtungen in freie Trägerschaften überzuleiten. In der weit verbreiteten Unsicherheit überließ man das anfangs hauptsächlich den Einrichtungsleitern. Also war es dringend angebracht, sich als Verband in den Einrichtungen vorzustellen, seine Verbandsphilosophie zu erläutern und die Trägerschaft anzubieten. Entsprechend des Erfahrungsstandes „kümmerte“ sich bei den stationären Einrichtungen Martin Kruse um den Bereich Altenhilfe und Bernd Dehler um den Bereich Behindertenhilfe, die Kreisverbände vorrangig um die teilstationären und ambulanten Bereiche wie Kindereinrichtungen, Sozialstation, Beratungsstellen etc. Damit wurde die Basis unserer jetzigen Einrichtungsstruktur geschaffen.

Wiedergründung der AWO und die Jahre 1990 - 1996

 

Fakten der rasanten Entwicklung der Gründungsjahre

In der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege sind die sechs „Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege“ in Deutschland zusammengeschlossen. Das sind: die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Caritas-verband, der Paritätische Wohlfahrtverband, das DRK, die Diakonie und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden . Die gesetzliche Basis dieser Wohlfahrt-verbände sind ihre Gemeinnützigkeit und ihre Organisationstruktur als „gemeinnütziger Verein“ mit entsprechenden Gliederungen (laut deutschem Vereinsrecht). Das war auch die rechtliche Grundlage für die Gründung neuer AWO Kreisverbände und Ortsvereine im ehemaligen Bezirk Leipzig.

1990-1991

14. März Gründung des AWO Kreisverband Leipzig –Stadt (die erste Neugründung der AWO in Sachsen)
31. März

Gründung des AWO Bezirksverbandes Sachsen-West e.V. im Haus der Demokratie,

im Juli

Gründung der Kreisverbände Döbeln und Delitzsch und erster Ortsvereine (u.a. Leipzig –Südost, Bad Düben, Brandis)

26.Okt.

Gründung des Kreisverbandes Leipziger Land

13. Okt.

Mitgliederversammlung des Bezirksverbandes Sachsen--West e.V.: Wahl des Vorsitzenden Karl-August Kamilli und des Stellvertreters Hermann Ackner, Geschäftsführer wird Martin Kruse.

seit 1990

Beginn der langjährigen Partnerschaft mit dem AWO Bezirks-verband Westliches Westfahlen e.V.
Sept. 1991 Gründung des Kreisverbandes Eilenburg

1992

Bereits im Jahre gibt es in Westsachsen 5 Kreisverbände und 23 Ortsvereine mit ca. 1200 Mitgliedern.

Der „Behindertenverband Leipzig e.V.“, der „Humantias e.V.“ und später auch die Lehmbaugesellschaft Augsburg e.V.“ und die „Aktiven Senioren Leipzig e.V.“ werden korporative Mitglieder des Bezirksverbandes.

Erste Bezirksverbandskonferenz im Jahr 1992
Erste Bezirksverbandskonferenz im Jahr 1992

1993-1994

Am 24. April 1993 gründet sich der AWO Kreisverband Mulde-Collm in Brandis, und am 19. Juni 1994 erfolgt der Zusammenschluss der Kreisverbände Delitzsch, Eilenburg und des Ortsvereines Torgau zum Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Delitzsch/Eilenburg/Torgau.

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der AWO findet am 18. Juni 1994 in Grimma ein gemeinsames Familienfest der AWO und der Stadt Grimma statt, mit 14 Infoständen, 4 Bühnen, 1 Kinderzentrum, Ausstellungen und einem Podiumsgespräch u.a. mit dem damaligen Staatsminister für Soziales Dr. Geisler. Kultureller Höhepunkt ist der Auftritt von Frank Schöbel & Band auf dem Grimmaer Marktplatz vor ca. 23.000 begeisterten Besuchern.

Am Ende des Jahres 1994 hat der Bezirksverband 4 Kreisverbände, 36 Ortsvereine und 4 korporative Mitglieder. Die Mitgliederzahl beträgt nunmehr 2710.

1995

Am 29. April 1995 konstituiert sich der AWO Landesverband Sachsen. Vorsitzender wird Dr. Frank Heltzig und Geschäftsführer Tilo Kramer.

 

Zahlreiche Einrichtungen kommen in die Trägerschaft der AWO in Westsachsen

Die AWO Kreisverbände werden rasch mit vielen Diensten in der ambulanten Pflege, sowie mit Einrichtungen und Beratungsangeboten im Kinder-, Jugend und Familienbereich sozial aktiv. So öffnet schon 1990 der Kreisverband Leipzig-Stadt eine erste Sozialstation in Leipzig-Grünau.

Nachfolgend soll hier im Text vor allem die Entwicklung der Alten- und Behindertenarbeit als die wichtigsten Tätigkeitsfelder des AWO Bezirksverbandes Sachsen-West e.V. beleuchtet werden.

Im Jahr 1991 übernimmt die AWO das Gerontopsychiatrische Pflegeheim Thekla (das heutige „SZ Juchacz“), zwei Altenheime in Markkleeberg (das heutige SZ Markkleeberg“), das Altenheim in Markranstädt (das heutige SZ „Am See“), das Reha-Zentrum Grimma, die Werkstätten für behinderte Menschen Markkleeberg, das Behindertenwohnheim Liebertwolkwitz, die Altenheime in Börln (das heutige „SZ Dahlen“) und Döbeln sowie das Asylbewerberheim Markranstädt in ihre Trägerschaft.

Am 10. April 1991 nimmt die Altenpflegeschule Markkleeberg als erste Einrichtung dieser Art in den neuen Bundesländern ihren Betrieb auf.

In den folgenden Jahren kommen noch andere Einrichtungen hinzu, so 1992 die Heime Beerendorf/Döbernitz (das heutige“SZ Beerendorf“), das Altenheim Hohenwussen, das Pflegeheim Gaudlitz (das heutige “AWO Seniorenzentrum Mügeln“) sowie die Behindertenwerkstätten in Markkleeberg, Grimma, Delitzsch, Eilenburg, Böhlen, Wurzen und Leipzig; die Behindertenwohnheime in Grimma (Höfgen), Delitzsch, Eilenburg, Wurzen und Liebertwolkwitz.

Im Jahre 1993 übernimmt die AWO auch das Altenpflegeheim Thekla (das heutige „SZ Dr. M. Blank“). Es folgt 1994 das Altenpflegeheim „Clara Zetkin“ in Leipzig-Grünau.

Am 1. Oktober 1995 übernimmt der Bezirksverband die Alten- und Pflegeheime Wurzen vom Landratsamt Muldentalkreis in ihre Trägerschaft (damalige Standorte: Nischwitz, Püchau, Schmölen und Dornreichenbach). Anfang Mai1996 ziehen deren Bewohnen in die Heimneubauten Wurzen und Dornreichenbach (der heutige Heimverbund Muldental) um.

Mit der Bezeichnung „AWO Seniorenzentrum“ verwirklicht die AWO ein modernes, fachlich fundiertes Altenpflegekonzept, das auf dem Leitbild der Arbeiterwohlfahrt basiert. 1993 wird das Werk für Stationäre Altenhilfe gegründet. Die bundesweite Einführung der Pflegeversicherung stellt die AWO vor neue Herausforderungen, die sie mit umfassenden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen meistert.

 

Der Beginn einer regen Bautätigkeit

Mit dem Inkrafttreten der Heimmindestbauverordnung beginnt auch eine rege Bautätigkeit durch die AWO in Westsachsen, da die meisten Heimgebäude nicht mehr den Anforderungen dieses Gesetzes entsprachen.

Eine der ersten Baumaßnahmen ist der Umbau einer Poliklinik zum AWO Seniorenzentrum Mügeln, in das bald die Bewohner des Heimes Gaudlitz umziehen. Am 20. Dezember 1994 erfolgt in Beerendorf die Grundsteinlegung für den ersten AWO Heimneubau in Westsachsen, das dann am 31. Mai 1996 feierlich eingeweiht wurde.

Am 2. Juli 1996 erfolgt auch der 1. Spatenstich zum Neubau der AWO Behindertenwerkstatt in Wurzen durch den Landrat Dr. Gey. Diese rasante Bautätigkeit bestimmt die Entwicklung der AWO in den folgenden Jahren und schafft damit die baulichen Grundlagen für den gewachsenen Qualitätsanspruch unserer AWO Einrichtungen in den nachfolgenden Jahren.

 

Die Umwandlung des Bezirksverbandes in die „AWO Senioren-und Sozialzentrum gemeinnützige GmbH Sachsen-West“

Am 30. November 1996 findet im Volkshaus Rötha eine Außerordentliche Bezirkskonferenz des AWO Bezirksverbandes Sachsen-West statt, auf der von den Mitgliedern die Umwandlung des Bezirksverbandes in eine gemeinnützige GmbH beschlossen wird. Die Verbandsarbeit ging damit in die Verantwortung der Kreisverbände über, und ein neuer Arbeitsabschnitt der AWO in Westsachsen beginnt. Darüber berichten wir dann im III. Teil AWO-Geschichte in der nächsten Heimzeitung.

Textzusammenstellung: E. Weber

Bis 2012 Sitz der Geschäftsstelle der AWO SSZ gGmbH Sachsen-West im Agra-Park
Bis 2012 Sitz der Geschäftsstelle der AWO SSZ gGmbH Sachsen-West im Agra-Park