Kurzzeitpflege

Stationäre Pflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege, Betreutes Wohnen

Was ist Kurzzeitpflege?

Ein Familienmitglied kann nach einem Krankenhausaufenthalt noch nicht Zuhause betreut werden? Oder: Sie als Pflegeperson benötigen einen Erholungsurlaub oder sind krank und können die Pflege vorübergehend nicht leisten? Hier bietet die Pflegeversicherung Kurzzeitpflege. Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied wird für eine begrenzte Zeit in einer Pflegeeinrichtung umfassend versorgt.
Die Kurzzeitpflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung. Um diese Leistung zu nutzen, muss Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied daher einen Pflegegrad von der Pflegekasse zuerkannt haben.
Für die Kurzzeitpflege stellt die Pflegeversicherung für Versicherte mit Pflegegrad 2 bis 5 jedes Jahr 1.612 Euro für bis zu 8 Wochen zur Verfügung. Bei Pflegegrad 1 können bis zu 125 Euro des Entlastungsbeitrages genutzt werden.

Während der Kurzzeitpflege wird für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.

Es besteht jedes Jahr ein neuer Anspruch auf diese Leistung!
Der Betrag von 1.612 Euro ist nur für die Pflegekosten vorgesehen.

Die Kurzzeitpflege kann unter Anrechnung auf den für Verhinderungspflege zustehenden Leistungsbetrag um bis zu 1.612 Euro auf dann 3.224 Euro verdoppelt werden, soweit Verhinderungspflege noch nicht in Anspruch genommen wurde.

Diese umfassen:

  • Grundpflege (z. B. Körperpflege, Hilfen beim Bewegen)
  • medizinische Behandlungspflege (z. B. Tablettengabe)
  • soziale Betreuung (z. B. Beschäftigungsangebote)

Da Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied in einer Pflegeeinrichtung versorgt wird, fallen weitere Kosten an, die die Pflegeversicherung nicht übernimmt. Diese privat zu finanzierenden Kosten entstehen für Unterkunft und Verpflegung. 
Zudem fallen Investitionskosten an, die zur langfristigen Erhaltung der Pflegeeinrichtung dienen (vergleichbar mit einer Kaltmiete). Die Kurzzeitpflege erfordert eine Antragstellung bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person. Die Pflegekasse ist bei der Krankenkasse angesiedelt. Rufen Sie bei der Pflegekasse an. Diese sendet Ihnen das Antragsformular zu. Alternativ finden Sie die Formulare auch auf der Webseite Ihrer Pflegekasse.

Was ist Verhinderungspflege?

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten einer notwendigen Verhinderungspflege für längstens sechs Wochen im Jahr, wenn Sie als Pflegeperson wegen Erholungsurlaubes, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert sind. Voraussetzung ist, dass Sie den pflegebedürftigen Menschen mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt haben.

Die Verhinderungspflege ist in ihrem Anspruch auf sechs Wochen im Kalenderjahr begrenzt. Die Leistungshöhe beträgt maximal 1.612 Euro pro Kalenderjahr für Versicherte mit Pflegegraden 2 bis 5.

Sie kann zudem mit Leistungen für Kurzzeitpflege kombiniert werden. Dabei kann bis zu 50 % des Leistungsbetrages für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 Euro) künftig zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf eine Kurzzeitpflege angerechnet.

Zu den Leistungen der Verhinderungspflege außerhalb des Haushalts, zum Beispiel in einem Pflegeheim, zählen nur die pflegebedingten Aufwendungen. Kosten für Unterkunft und Verpflegung, für Zusatzleistungen, Investitionskosten, für Behandlungspflege und Soziale Betreuung dürfen hier von der Pflegeversicherung nicht übernommen werden.

Empfängt der Pflegebedürftige Pflegegeld, wird dieses während der Verhinderungspflege zur Hälfte weitergezahlt. Bei „stundenweiser Verhinderungspflege“ wird das Pflegegeld gar nicht gekürzt.

Welche Dokumente meines Angehörigen benötige ich?

  • Krankenkassen-Chipkarte
  • evtl. Schwerbeschädigtenausweis, Ausweis für Herzschrittmacher, Falithrom (jeweils Kopien)
  • Arztbrief mit Medikation und Arzt-Unterschrift (Kopie)
  • Betreuungsvollmacht (Kopie)
  • Betreuerausweis (Kopie)
  • Vorsorge- oder Generalvollmacht (Kopie)
  • Kostenzusage des Sozialversicherungsträgers
  • Pflegegradbescheid der Pflegekasse (Kopie) 
  • Ausgefüllter Aufnahmeantrag (hier evtl. Verlinkung auf Dokument: Kurzzeitpflegevertrag)

Sollten einige Dokumente noch nicht zur Verfügung stehen, unterstützen wir Sie natürlich bei der Beschaffung. Für Ihr Verständnis für unser Anliegen und Ihre Bemühungen bedanken wir uns im Voraus.