Ausbildung bei der AWO

Du suchst nach einem sinnvollen und zukunftssicheren Ausbildungsberuf?
Dann bist Du hier genau richtig:

Werde Azubi bei der AWO SSZ gGmbH Sachsen-West und
bewirb Dich für eine Ausbildung zum Altenpfleger!

Was macht ein Azubi zum Altenpfleger den lieben langen Tag? Warum entscheiden sich Menschen für die Arbeit mit Senioren? Ist das ein Beruf oder eine Berufung? Wie kommen unsere Azubis zurecht, und was hält sie bei der AWO?

Wir haben uns gedacht: Am besten erzählt eine unserer Auszubildenden euch das höchstpersönlich:

Das ist was ganz Natürliches“

 „Eigentlich wollte ich Verkäuferin werden“, erzählt Jodie-Marie, die erst vier Monate vor diesem Interview die Ausbildung zur Altenpflegerin begann. Denn die Mama war auch Verkäuferin, damit recht glücklich und eine gute Mutter geworden. Mit diesem Wunsch gegen Ende ihrer Schulzeit war die jetzt 17-Jährige schon mal gut ausgestattet. Viele ihrer Mitschüler hatten weniger klare Vorstellungen. Allerdings wurde ihr für das zweiwöchige berufsorientierende Praktikum in der 9. Klasse nur eine Woche als Verkäuferin zugesagt. Was tun in der zweiten?

Da gab’s doch Care4future.“

Care4future ist ein Projekt, bei dem Pflegeeinrichtungen mit Schulen kooperieren und den Schülern einen echten Einblick in den Pflegeberuf bieten. Denn Vorurteile dazu gibt es viele, wirkliches Wissen nur wenig. In Jodie-Maries Schule präsentierte sich die AWO Sachsen-West. Inzwischen gibt es Care4future dort sogar als Neigungskurs. Für Jodie-Marie sorgten schon die Erzählungen der AWO-Azubis für einen guten ersten Eindruck – ausreichend gut, sich für die zweite Praktikumswoche beim AWO Seniorenzentrum "Clara Zetkin" zu bewerben – mit Erfolg.

Ich find‘ Krankheiten interessant.“

Beim Altenpflege-Praktikum wurde sie im Seniorenzentrum in Leipzig Grünau herumgeführt, konnte in die Zimmer der Bewohner schauen, in Therapieräume, in die Küche. Sie lernte, was Grundpflege ist und welche Aufgaben überhaupt zur Altenpflege gehören. Sie fand die Bewohner nett, das Team freundlich, vor allem aber: „die Krankheiten spannend“. Und nichts, aber auch gar nichts, fühlte sich eklig oder unangenehm an. „Da war eine Bewohnerin mit Parkinson, sie konnte kaum noch schlucken. Ich fand das schlimm – aber auch hochinteressant!“ Ahnungslos, ohne konkrete Vorstellungen war sie hingegangen. Weggegangen ist sie mit einer Entscheidung: „Ich will keine Regale in Geschäften einräumen, ich will mich um Menschen kümmern!“ Und sie blieb dabei. In der 10. Klasse folgte ihr zweites Praktikum in derselben Einrichtung. Und schließlich – wohlüberlegt und auf Praktika-Erfahrungen beruhend – die Entscheidung zur Berufsausbildung Altenpflege bei der AWO Sachsen-West.

Und jetzt hab ich auch kein Mathe mehr.“

In der Schule konnten Mathe, Physik und handwerkliche Sachen Jodie-Marie wenig begeistern, „dann schon eher Bio“. Nun, in der Berufsausbildung, gibt es die unangenehmen Fächer nicht mehr, gesteht sie lachend. Natürlich ist nicht alles Zuckerschlecken. Ein Beispiel? „In der Frühschicht um 5 Uhr aufstehen!“ (Pause) „Aber ich mach es trotzdem gern.“ Auch der Rhythmus – zwei Wochen Schule, zwei Wochen Arbeit – fordert seinen Tribut. Die Zeit für Hobbys und den Freund ist manchmal knapp. Wenngleich die Lehrer sehr dazu raten, ein Hobby zu pflegen, welches langfristig für Ausgleich sorgen kann.

Was haben die früher gemacht?“

Erst vier Monate ihres ersten Lehrjahres sind vergangen. In den Praxisphasen fragt sie noch oft die Kollegen. „Aber es wird besser“, freut sich Jodie-Marie, auch wenn sie weiß, dass Nachfragen ausdrücklich erwünscht ist. Am liebsten reicht sie Essen an, gern setzt sie sich zu den alten Leutchen, spielt Mensch-ärgere-dich-nicht, plaudert mit ihnen beim Waschen. In freien Zeiträumen schaut sie im Computer nach, was die Menschen früher gemacht haben, bevor sie ins Seniorenzentrum eingezogen sind.

Ich habe keine Angst vor Hautkontakt“

„Nicht alle Menschen können gut mit Menschen umgehen. Bei mir geht das gut, ich hatte noch nie Angst vor Hautkontakt“, betont Jodie-Marie. Manche ihrer ehemaligen Mitschüler fragten schon mal: Was, du willst Kacke wegmachen? Da ereifert sich Jodie-Marie: „Das ist ja nicht alles und außerdem was ganz Natürliches. Die, die das nicht als natürlich ansehen, sind auch falsch für diesen Beruf.“ Jetzt bekommt sie vor allem positive Reaktionen für ihre Entscheidung, von der Familie und auch von Freunden.

So wie es jetzt ist, ist es gut.“

Durch die Praktika und die Ausbildung hat die junge Frau das Medizinische für sich entdeckt. „Palliative Versorgung, Intensivstation, Beatmung, vielleicht mal in einem Krankenhaus arbeiten ...“, das wäre denkbar, sinniert sie. Gerne aber möchte sie erst mal bei der AWO bleiben. Der Praxisanleiter – eine Pflegefachkraft, die „auch die schulischen Sachen drauf haben muss“ – ist erster Ansprechpartner für alles. „Und ist super“, führt die Auszubildende fort: „Er übt mit mir die Sichtstunde. Da kommt die Lehrerin und schaut, wie ich die Bewohner wasche und versorge“. Auch an die übrigen Vorgesetzten – Wohnbereichsleiter, Pflegedienstleiter und Einrichtungsleiter – kann sich die Auszubildende jederzeit wenden, macht sie auch. Und inzwischen weist sie auch anderen den Weg in ihren Beruf: Zusammen mit dem Einrichtungsleiter stand sie erst kürzlich bei der Ausbildungsmesse interessierten Acht- und Neunklässlern Rede und Antwort.

Ich verdiene mehr als mein Freund“

„Die Altenpflege steht in einem schlechteren Licht als sie verdient“, meint Jodie-Marie. Man beschäftige sich mit Menschen, das allein sei schon toll. Die Ausbildung sei ähnlich wie die einer Krankenschwester. „Und die Bezahlung ist in Ordnung“, meint Jodie-Marie. „Ich verdiene im ersten Lehrjahr 20 Euro mehr als mein Freund im dritten Lehrjahr in der Medientechnologie.“

Menschen werden geboren, Menschen sterben“

„Ja, es ist ein körperlich anstrengender Job. Aber es gibt viele Möglichkeiten, sich die Arbeit zu erleichtern. Und das alles lernt man in der Ausbildung.“ Jodie-Marie ist auch die psychische Belastung bewusst. Bislang wurde ihr nur davon erzählt: „Manche haben bei den ersten Todesfällen geweint. Doch dann härtet man auch ab. Menschen werden geboren, Menschen sterben.“ Sie sieht es mit Respekt, ist aber zuversichtlich. Und erzählt von ihrem Opa: „Mein Opa hat Parkinson, der wollte, dass ich zu ihm nach Rostock komme. Das kann ich leider nicht. Wenn ich nun schon nicht ihm helfen kann, dann wenigstens anderen.“