Steigende Eigenanteile in der stationären Pflege

Die AWO Sachsen-West engagiert sich gegen die weitere Steigerung der Eigenanteile. Damit gute Pflege kein Armutsrisiko im Alter wird.

 

In der Presse ist zu lesen, dass die Eigenanteile für einen Platz in der stationären Pflege gegenüber 2018 deutlich gestiegen sind. Viele der Bewohner*innen in unseren Seniorenzentren können dies bereits bestätigen, da wir seit April dieses Jahres mit den Pflegekassen und dem Kommunalen Sozialverband neue Vergütungssätze für alle unsere Pflegeeinrichtungen verhandeln.

Der überwiegende Teil der Kosten für die Pflege dient zur Deckung der Personalkosten. Eine faire Bezahlung unserer Mitarbeiter*innen hat für uns eine besondere Bedeutung. Das heißt aber auch, dass die Gehälter regelmäßig steigen. Im Hinblick auf die aktuelle Personalsituation im Gesundheits- und Pflegebereich ist dies eine wichtige Voraussetzung, um weiterhin Mitarbeiter*innen für unsere Seniorenzentren zu gewinnen.

Mit den diesjährigen Verhandlungen gewinnt auch der neue Rahmenvertrag gemäß §75 Abs. 1 SGB XI zur vollstationären Pflege im Freistaat Sachsen seine Gültigkeit. Durch Anwendung dieses neuen Rahmenvertrages können bessere Personalrelationen vereinbart werden. Dies stellt eine weitere wichtige Voraussetzung dar, um unseren hohen Anspruch an eine qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung unserer Bewohner*innen langfristig sicherzustellen.

Leider zeigen die Entwicklungen in den letzten Jahren, dass die ab 01.01.2017 geltenden Leistungsbeträge der Pflegekasse unabhängig vom Ergebnis der Verhandlungen starr bleiben. Das bedeutet, die aus der Pflegesatzverhandlung resultierenden Kostensteigerungen, müssen allein durch die Bewohner*innen getragen werden.

Wir sehen diese Entwicklungen auf Kosten der Bewohner*innen kritisch. Daher haben wir uns im letzten Jahr für die Petition gegen die weitere Steigerung der Eigenanteile engagiert. Darüber berichteten wir unter anderem in unseren Einrichtungen und in unserer Hauszeitung AWO Momente. Bisher gibt es seitens der Bundesregierung keine Lösung, aber wir werden uns weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten für eine Verbesserung der Situation einsetzen: wir fordern einen gesetzlich definierten Höchstbetrag für die Eigenanteile! Damit gute Pflege kein Armutsrisiko im Alter wird.

 

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